Liebe zur Freiheit (im Kleinen)

Hier sammle ich alles, was zu klein für das Blog (www.antjeschrupp.com) und zu groß für Twitter (www.twitter.com/antjeschrupp) ist.

Schöner Witz

“Herschel ist im Himmel und darf nach langem Antichambrieren durch Petrus eines Abends an der festlichen Himmelstafel neben dem Schöpfer sitzen. Er ergreift die Gelegenheit beim Schopf und stellt Gott eine Frage, die ihn schon lange umgetrieben hat: „Allmächtiger Herr, es gibt ja so viele Religionen dort unten, und alle behaupten, die alleinige zu sein: es gibt uns und die Katholiken und die Protestanten, die Hindus, die Moslems … welche von denen ist Dir denn die Liebste?“ Da wendet sich Gott lächelnd zu ihm und sagt: „ Ach, weißt Du Herschel, ich hab mich eigentlich nie so richtig für Religion interessiert.“

— 1 month ago
#Witze 
Mädchenherrlichkeit

Lied, erschienen 1910 in einem Liederbuch für Studentinnen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/O_alte_Burschenherrlichkeit (runterscrollen bis “Parodie”)

O junge Mädchenherrlichkeit

O junge Mädchenherrlichkeit
Welch neue Schwulitäten!
Bezieht ihr alle weit und breit
Die Universitäten!
Vergebens spähe ich umher,
Ich finde keine Hausfrau mehr!
(O jerum, jerum, jerum
O quae mutatio rerum!)

Die Nähmaschin’ bedeckt der Staub;
Es sank der Herd in Trümmer;
Der Kessel ward des Rostes Raub,
Verblichen ist sein Schimmer.
Die Wäsche gibt man aus dem Haus
Und beizt mit Chlor die Flecken aus.

Wo sind sie, die beim Kaffeekranz
Nicht wankten und nicht rückten,
Die ohn’ Latein bei Scherz und Tanz
Die Herr’n der Erd’ entzückten?
Jetzt komm’n sie ihnen ins Geheg
Und wandern früh in das Kolleg.

Da forscht mit glüh’ndem Angesicht
Die ein’ in Quellenschriften,
Die andre Frauenrecht verficht,
Und die hantiert mit Giften.
Sie alle hat der Wissensdrang
Hinaus gelockt aus altem Zwang.

Hier beugt ein dunkler Lockenkopf
Sich über’s Corpus iuris,
Die mit dem blonden Mozartzopf
Forscht, was denn wohl die Ruhr ist.
Wer schilt die säum’ge Köchin aus?
Wer flickt des Hausherrn alten Flaus?

Ihr Jungfrau’n, diesen lust’gen Scherz
Dürft ihr für Ernst nicht halten,
Ihr wißt, ein echtes Burschenherz
Kann nie für euch erkalten.
Tragt Küchenschürz’, tragt Doktorhut,
Wir wissen, beides steht euch gut
|: Und bleiben euch die Alten! :|

Ihr Herren, diesen lust’gen Scherz
Dürft ihr für Ernst nicht halten,
Ihr wißt, im rechten Frauenherz
Wird rechter Sinn stets walten:
Die Küchenschürz’ zum Doktorhut,
Zum Amtsbarett der Fingerhut,
|: Und so bleibt’s doch beim Alten! :|

— 2 months ago with 1 note
Frankfurt, November 2011

Frankfurt, November 2011

— 2 months ago
Scheiße, Geburt und Gott

“Auch dass so viel Scheiße bei einer Geburt rausgedrückt werden kann, verkraften viele Männer nicht. Die Kombination von Scheiße und Neugeborenem sagt doch sehr viel aus über den Menschen an sich. Dass die beiden Löcher so nah beieinander sind, das ist doch der Beweis, dass es keinen Gott gibt, der hätte die doch so weit wie möglich voneinander weg gemacht, eins am Fuß und eins am Kopf!” (Charlotte Roche, Schoßgebete, S. 102)

— 5 months ago with 3 notes
#Charlotte Roche  #Geburt  #Scheiße  #Zitate 
Simone Weil über Macht und Politik

“Darum hat fast die Gesamtheit der politischen Meinungen und der Diskussionen, in denen sie aufeinanderprallen, mit der Politik ebensowenig zu tun, wie die Auseinandersetzungen über ästhetische Ansichten in den Schenken von Montparnasse mit der Kunst zu tun haben. Der Politiker wie der Künstler können darin höchstens ein gewisses Stimulans finden, das nur in schwacher Dosis gebraucht werden sollte.

Man betrachtet die Politik fast niemals als eine Kunst von derart erhabener Art. Das kommt jedoch daher, dass man sich seit Jahrhunderten gewöhnt hat, ausschließlich oder jedenfalls in der Hauptsache eine Technik in ihr zu sehen, wie man die Macht erwirbt und festhält.

Die Macht aber ist kein Zweck. Ihrer Natur, ihrem Wesen, ihrer Definition nach stellt sie ausschließlich ein Mittel dar. Sie verhält sich zur Politik wie ein Klavier zur musikalischen Komposition. Ein Komponist, der zur Erfindung seiner Melodien eines Klaviers bedarf, ist übel daran, wenn er sich in einem Dorf befindet, wo keines aufzutreiben ist. Verschafft man ihm aber eines, so muss er sich nun ans Komponieren machen.

Wir Unglückseligen haben die Herstellung eines Klaviers mit der Komposition einer Sonate verwechselt.”

(Simone Weil, Die Einwurzelung, Kösel 1956, S. 318f) 

— 5 months ago with 9 notes
#Politik,  #Macht  #Zitate  #Simone Weil 
Altenbeken. Bahnlogistisches Drehkreuz im Nirgendwo.

Altenbeken. Bahnlogistisches Drehkreuz im Nirgendwo.

— 9 months ago
(Kaum) Ehen in Capo Verde

Folgendes fand ich heute in einem Reiseführer über die Kapverden: 

Viele Kinder, auf manchen Inseln bis zu 75 %, kommen unehelich zur Welt. Geheiratet wird in den ärmeren Bevölkerungsschichten nur selten, kaum ein Mann möchte die (finanzielle) Verantwortung für Frau und Kinder übernehmen. Andererseits gibt es kaum allein erziehende Mütter. Der Vater bleibt so lange, wie es ihm gefällt. Verlässt er seine Familie, findet sich meist rasch ein neuer Partner. So ist es nichts Ungewöhnliches, dass eine Kapverdianerin Kinder von mehreren Männern hat. Sofern sie es sich leisten können, ködern Brauteltern den potentiellen Schwiegersohn auch schon einmal mit Geldgeschenken. Die wenigen Ehen werden allerdings vorwiegend zwischen Paaren im Rentenalter geschlossen, meist von den Kindern finanziert, die ihren unehelichen Status ‘korrigieren’ möchten.

(Dumont, Kapverdische Inseln, S. 30)

— 10 months ago with 7 notes
#Ehe  #Kapverden  #Familie 
So much for diversity.

So much for diversity.

— 12 months ago
Dieses schöne Bild war heute in der taz. Wenn ich mal anfange, meine Vorträge auf Powepoint zu halten, werde ich es auf jeden Fall verwenden. Egal welches Thema, Foto passt immer :)

Dieses schöne Bild war heute in der taz. Wenn ich mal anfange, meine Vorträge auf Powepoint zu halten, werde ich es auf jeden Fall verwenden. Egal welches Thema, Foto passt immer :)

— 1 year ago with 1 note
Heiraten ist auch nicht mehr, was es mal war.

Heiraten ist auch nicht mehr, was es mal war.

— 1 year ago with 2 notes
#Heiraten  #Ehe 
“Nichtsdestotrotz” ist nicht dasselbe wie “dennoch”

Eben gerade fragte ich auf twitter, ob man eigentlich das Wort “nichtsdestotrotz” noch verwenden darf, und bekam dafür ein sehr eindeutiges “Ja” aus meiner Timeline zurückgemeldet. Aufgrund der hohen Resonanz gehe ich mal davon aus, dass dies ein relevantes Thema ist und informiere euch über den Kontext. Ich übersetze gerade mit an einem Buch zum Thema “Politik und Macht sind nicht dasselbe” mit Texten italienischer Philosophinnen. Der Satz, an dem ich gerade herumbosselte, und der mich zu dem Tweet animierte, war folgender (ihr werdet jetzt den Kontext nicht verstehen, aber es geht ja um die Grammatik und das Sprachgefühlt):

“Es wäre leicht, aber langatmig, die Geografie unserer Geschichte und der Geschichte des politischen Denkens nachzuvollziehen und die Fährte jener tiefen Verwerfung zu verfolgen, die das Territorium der Politik zerschneidet zwischen einer Macht, die danach strebt, sich als die Substanz und die Totalität des Politischen zu präsentieren, und etwas, das kontinuierlich aus der Begrenzung durch die Politik ausbricht und ihr entflieht, und ihr so ständig ihre Grenzen aufzeigt, ihr geleugnetes und doch immer weiter bestehendes Fundament, ihre Bedrohung und gleichzeitig ihr Kulminationspunkt. Etwas, das an der Schwelle der Polis steht, ihren Anfang und ihr Ende anzeigt, ihr aber nichtsdestotrotz den Namen der Politik streitig macht.”

Seht selbst. “Dennoch” würde an dieser Stelle doch gar nicht gehen.

— 1 year ago
#Diotima  #nichtsdestotrotz