Liebe zur Freiheit (im Kleinen)

Hier sammle ich alles, was zu klein für das Blog (www.antjeschrupp.com) und zu groß für Twitter (www.twitter.com/antjeschrupp) ist.

Herr Martenstein und alle, die ihn liken, irren schon wieder

Gerade geht wieder mal so ein Martenstein-Ding durch Facebook und bekommt Tausende von Likes, und daher Erklärbäre ich das hier nochmal gerne:

Nein, das ist nicht logisch, natürlich sind “Cola” und “Limo” gesellschaftliche Konstrukte, weil wir beschlossen haben, zwischen ihnen zu unterscheiden, was nicht naturnotwendig ist. Zum Beispiel in Brasilien gibt es nur “Erfrischungsgetränk” und die Leute unterscheiden normalerweise NICHT zwischen Cola und Limo, d.h. die Leute reden normalerweise von “Refrigerante” und wenn du ein spezielles davon unbedingt haben willst und das andere nicht (also Cola ja, Limo nein), reagieren sie oft etwas erstaunt. Wir handhaben das so ähnlich mit “Rotwein”, wo niemand sich etwas dabei denkt, Bordeaux anzubieten, wenn kein Chianti da ist, und man es extra betonen muss. Was Martenstein einfach partout nicht verstehen will, und wo er das, was er polemisch “Genderfrauen” nennt, notorisch falsch darstellt ist, dass zu sagen, etwas sei ein gesellschaftliches Konstrukt NICHT bedeutet, dass es das real nicht gibt. Natürlich gibt es Männer und Frauen und keine noch so queere Feministin würde das ernsthaft bestreiten.

— 1 week ago with 17 notes
Burkaverbot

Beim Frühstück darüber diskutiert, ob man ein Burkaverbot vielleicht unter der Rechtsidee “Erregung öffentlichen Ärgernisses” diskutieren könnte, dann wäre eine Frau mit Burka in etwa parallel zu sehen mit jemandem, der_die nackt durch die Gegend läuft. 

Es hat imho durchaus eine gewisse Plausibilität, dass der Staat verhindert, dass einzelne Menschen den Mainstream extrem provozieren. Gleichzeitig ist genau dieses Konstrukt des “öffentlichen Ärgernisses” klar repressiv, es liegt also dabei offen zutage, dass es um einen Konflikt zwischen Mehrheit und Minderheit geht, der hier (ausnahmsweise, weil sonst Auseinandersetzungen unter Bürger_innen drohen könnten) zugunsten der Mehrheit entschieden wird. 

Es wäre also klar, dass die Ursache des Burkaverbots nicht allein auf Seiten der Burkaträgerinnen, sondern in der relativen Interaktion zwischen ihnen und der Mehrheitsgesellschaft liegen. Analog zum Minirock in den 1950ern. Und es hätte den Vorteil, dass es kein eigenes “Burkagesetz” wäre, sondern eines, das Verhalten, das der Mainstream als provokativ empfindet (was nicht bedeuten muss, dass es provokativ gemeint ist) generell verhandelt.

— 4 weeks ago
Zeitdokument: Happy WM an alle Männer

Diesen Text las ich gerade auf der Facebook-Seite eines lokalen Fußball-Vereins, und mir scheint, sie ist dokumentierenswert. Auch als Quelle, wenn später einmal jemand die Genderkonstruktionen des 21. Jahrhunderts untersuchen will.

Guten morgen liebe Fussball verrückten. Heute ist es soweit, die WM fängt an und somit gewinnt die Männlichkeit die Oberhand. Selbst die eigene Ehefrau montiert zum Mann, wenn sie es vorher schon nicht wahr. Auf der Arbeit akzeptiert der Chef dicke fette Augenringe, da er zu voll ist um dies zu erkennen und bis in den Morgenstunden wird Party gemacht, und das so laut das die Omis und Opis ihre Telefone zum qualmen bringen bei dem Versuch die Polizei zu erreichen, leider aber ist die Polizei damit beschäftigt die U inhaftierten bei wetten um ihr Geld zu erleichtern. Kurz und schmerzlos AB HEUTE IST FÜR DIE NÄCHSTEN WOCHEN VATERTAG, MÄNNERTAG usw.

Dies ist die einzige Zeit wo Männer zu 100% das sagen haben.

Happy WM an alle Männer!!!!

https://www.facebook.com/TMFD1/photos/a.1496697550562676.1073741826.1496692417229856/1497611390471292/?type=1

— 1 month ago with 4 notes
Rosa Luxemburg über Internationale Staaten-Bündnisse

Es ist “eine gefährliche Illusion, dass irgendwelche diplomatischen Bündnisse Garantien des Friedens sein können. Alle Bündnisse haben nur den Zweck, irgendeinen Außenstehenden desto besser abmurksen zu können. Wenn wir Klarheit schaffen wollen, müssen wir betonen, dass keine Bündnisse der kapitalistischen Staaten imstande sind oder auch nur den Zweck haben, den Frieden zu sichern” (Rosa Luxemburg, Mai 1914, zit. von Anke Hoffstadt in einem Interview mit “Wir Frauen” 2/2014)

— 1 month ago
Neuestes Prachtstück aus meiner Sammlung Sexistische Werbung (diesmal gänzlich ohne Ironie) 

Neuestes Prachtstück aus meiner Sammlung Sexistische Werbung (diesmal gänzlich ohne Ironie) 

— 3 months ago with 1 note
Francis Bacon: “The Masculine Birth of Time”

Einer der Begründer des neuen Weltbildes war Francis Bacon (1561-1626), welcher als ‘Vater’ der modernen Naturwissenschaft gilt. Er reflektierte die Veränderungen selber als “masculine birth of time” (zit. nach McClintock 1995:23). Bacon beschrieb Materie häufig mit Bildern des Weiblichen, etwa als “eine allgemeine Coquette und im Grunde Hure”. Er meinte, da “die Materie der Neigung und des Strebens nach der Auflösung der Welt und ihrem Rückfall in jenes alte Chaos”  nicht ermangele, müsse sie “in der Ordnung gehalten werden”. Die Bilder, die Bacon benutzte, um seine wissenschaftlichen Methoden zu umreißen, versinnblidlichten die Natur als eine Frau, die mit mechanischen Vorrichtungen gefoltert werden muss, um ihr ihre Geheimnisse entreißen zu können. Der Mann der neuen Wissenschaft solle nicht glauben, so Bacon, dass das Verhör der Natur etwas Unerlaubtes oder Verbotenes sei; die Natur müsse durch die Mechanik bezwungen werden, denn die Erforscher der Natur hätten die Aufgabe, ihre Geheimnisse auszukundschaften. “I come in very truth”, verkündete er, “leading to you Nature with all her children to bind her to your service and make her your slave.” (zit nach McClintock 1995:23). Mit diesem Bild verbunden war die Vision weltumfassender Herrschaft: Sein einziger Wunsch auf Erden sei, so Bacon, “to stretch the deplorably narrow limits of man’s dominion over the universe to their promised bounds”.

(aus: Friederike Habermann: Der homo oeconomicus und das Andere, Nomos2008, S. 186)

— 4 months ago with 2 notes
Ich kenne keine solchen Frauen

Auszug aus dem neuen Buch “Mutprobe” von Bascha Mika:

„Beatrice liebte es, wenn sie einen Raum betrat und alle Blicke ihr folgten. Sie war attraktiv und wusste es. Und doch spielte sie das Spiel um Anerkennung immer wieder neu, nichts war spannender.“ Man ahnt, wie es ausgeht: Irgendwann wird Bea von ihrem Mann verlassen. Der „packte die wichtigsten Sachen und zog zu seiner 15 Jahre jüngeren Freundin.“

Tja, liebe Bea, möchte ich ihr zurufen, wer auf Männer steht, die Frauen anhand von Arsch und Titten beurteilen, muss sich nicht wundern, wenn sie als Fünfzigjährige einen Mann hat, der Frauen anhand von Arsch und Titten beurteilt. Kleiner Pro-Tipp: Es gibt auch andere.

— 5 months ago with 2 notes
Essentials.

Essentials.

— 7 months ago
Weihnachtsbaum auf Kreuzung.  (hier: Centro de Manaus)

Weihnachtsbaum auf Kreuzung. (hier: Centro de Manaus)

— 7 months ago
Warum geht das bei uns nicht so einfach? (hier: Centro de Manaus)

Warum geht das bei uns nicht so einfach? (hier: Centro de Manaus)

— 7 months ago
Berlin ist auch da!

Berlin ist auch da!

— 8 months ago
Man beachte das Krönchen und die Fingerkuppe!

Man beachte das Krönchen und die Fingerkuppe!

— 9 months ago