1. (Kaum) Ehen in Capo Verde

    Folgendes fand ich heute in einem Reiseführer über die Kapverden: 

    Viele Kinder, auf manchen Inseln bis zu 75 %, kommen unehelich zur Welt. Geheiratet wird in den ärmeren Bevölkerungsschichten nur selten, kaum ein Mann möchte die (finanzielle) Verantwortung für Frau und Kinder übernehmen. Andererseits gibt es kaum allein erziehende Mütter. Der Vater bleibt so lange, wie es ihm gefällt. Verlässt er seine Familie, findet sich meist rasch ein neuer Partner. So ist es nichts Ungewöhnliches, dass eine Kapverdianerin Kinder von mehreren Männern hat. Sofern sie es sich leisten können, ködern Brauteltern den potentiellen Schwiegersohn auch schon einmal mit Geldgeschenken. Die wenigen Ehen werden allerdings vorwiegend zwischen Paaren im Rentenalter geschlossen, meist von den Kindern finanziert, die ihren unehelichen Status ‘korrigieren’ möchten.

    (Dumont, Kapverdische Inseln, S. 30)