Eben gerade fragte ich auf twitter, ob man eigentlich das Wort “nichtsdestotrotz” noch verwenden darf, und bekam dafür ein sehr eindeutiges “Ja” aus meiner Timeline zurückgemeldet. Aufgrund der hohen Resonanz gehe ich mal davon aus, dass dies ein relevantes Thema ist und informiere euch über den Kontext. Ich übersetze gerade mit an einem Buch zum Thema “Politik und Macht sind nicht dasselbe” mit Texten italienischer Philosophinnen. Der Satz, an dem ich gerade herumbosselte, und der mich zu dem Tweet animierte, war folgender (ihr werdet jetzt den Kontext nicht verstehen, aber es geht ja um die Grammatik und das Sprachgefühlt):
“Es wäre leicht, aber langatmig, die Geografie unserer Geschichte und der Geschichte des politischen Denkens nachzuvollziehen und die Fährte jener tiefen Verwerfung zu verfolgen, die das Territorium der Politik zerschneidet zwischen einer Macht, die danach strebt, sich als die Substanz und die Totalität des Politischen zu präsentieren, und etwas, das kontinuierlich aus der Begrenzung durch die Politik ausbricht und ihr entflieht, und ihr so ständig ihre Grenzen aufzeigt, ihr geleugnetes und doch immer weiter bestehendes Fundament, ihre Bedrohung und gleichzeitig ihr Kulminationspunkt. Etwas, das an der Schwelle der Polis steht, ihren Anfang und ihr Ende anzeigt, ihr aber nichtsdestotrotz den Namen der Politik streitig macht.”
Seht selbst. “Dennoch” würde an dieser Stelle doch gar nicht gehen.